Fuerteventura – die kanarische Wüste

 
 

Fuerteventura ist nach Teneriffa die zweitgrößte Insel des Kanarischen Archipels. Fuerteventura umfasst 1.659,74 Quadratkilometer auf denen nicht einmal 100.000 Einwohner zuhause sind. Zu diesen gesellen sich allerdings Millionen Urlauber, die seit den 90er Jahren die Haupteinnahmequelle der Insel Fuerteventura sind.

Urlaubsinsel Fuerteventura

Fuerteventura, die auch als Wüsteninsel bekannt ist, liegt nur rund 120 Kilometer westlich der marokkanischen Küste. Davon zeugt auch der gelegentlich auftretende Scirocco – ein spezielles Wetterphänomen, das mit heißem Wind verbunden ist. Dieser Wind bläst Sand aus der Sahara auf die Insel Fuerteventura und hat auch manchmal Heuschreckenherden oder andere Insekten im Schlepptau, die dann vorübergehend die Insel „überfallen“.

Fuerteventura selbst ist die älteste kanarische Insel und entstand schon vor rund 20.6 Millionen Jahren. Wie alle anderen Kanareninseln ist auch ihr Ursprung vulkanisch und der Großteil der Insel, wie wir sie heute kennen, formte sich vor rund fünf Millionen Jahren. Vulkanische Aktivitäten gibt es heute auf Fuerteventura keine mehr. Sie erloschen schon vor ungefähr 5.000 Jahren. Der höchste Berg Pico de la Zarza, oder im Volksmund nach der gleichnamigen Ortschaft Pico de Jandía benannt, ist nur 807 Meter hoch.

Aus Mangel an Gebirgszügen, wehen die kühlenden Passatwinde ungehindert über Fuerteventura hinweg. Das hat zur Folge, dass die Insel Fuerteventura stark unter Bodenerosion leidet und nur wenige Niederschläge im Jahr verzeichnet. Regnet es, dann meist sehr heftig und aufgrund der spärlichen Bewachsung fließt das kostbare Nass ungenutzt ab. Im Gegenteil, verstärkt der Platzregen die Bodenerosion und schwemmt wertvollen Boden weg.

Um dieser zunehmenden Verwüstung Einhalt zu gebieten, versucht man mit Steinmauern die Verwehungen einzudämmen. Alles, was auf Fuerteventura grünt, wird künstlich bewässert. Man spricht von einer Halbwüste, die zur Wüste tendiert. Ein Charakterzug der auch von den häufig anzutreffenden Kamelen unterstrichen wird. Früher dienten sie der Fortbewegung, als Transportmittel oder Helfer bei der Bearbeitung der Felder – heute sind sie durch Kamel-Ausflüge auch eine Touristenattraktion.

Fuerteventura ist nur knapp 100 Kilometer lang und an der breitesten Stelle 31 Kilometer breit. Am engsten ist sie mit nur fünf Kilometern Breite in Istmo de la Pared. Dort teilte sie sich bereits zu Zeiten der Ureinwohner, die ab dem 30. Jahrhundert vor Christen von nordafrikanischen Berberstämmen die Insel Fuerteventura besiedelten, in zwei Teile. Damals war Fuerteventura durch diese natürliche Grenze in zwei Königreiche getrennt. Im Norden das so genannte Maxorata und den Süden nannte man Gandia.

Fuerteventura wurde im 13. und 14. Jahrhundert mehrfach von europäischen Goldsuchern, Sklavenhändlern und Kaufleuten heimgesucht, bis sie  1402 von dem Normannen Jean de Bethencourt erobert und später dem spanischen Königreich untergeordnet wurde.  Seit 1927 ist Fuerteventura Teil der Provinz Gran Canaria, zu der außerdem auch Lanzarote gehört. Die Hauptstadt heißt Puerto del Rosario. Dort befindet sich auch die wichtigen Lebensadern - der Flughafen und der Handelshafen. Fuerteventura zählt zur Schengener Zone und hat, wie alle anderen Kanarischen Inseln einen steuerlichen Sonderstatus.

Seit den 90er Jahren lebt die Insel Fuerteventura hauptsächlich vom Tourismus und ist für einige landwirtschaftliche Erzeugnisse bekannt. Besonders der Ziegenkäse gilt als hervorragend. Außerdem wird auf Fuerteventura natürliches Meersalz gewonnen, das höchste Qualitätsansprüche erfüllt. Ansonsten werden auf Fuerteventura vor allem Aloe Vera und Tomaten angebaut.

Die Insel ist voller Kontraste und fasziniert durch ihren einzigartigen Charme, der sich  zwischen europäischer und afrikanischer Kultur, zwischen modernem Tourismus an den Küsten und bäuerlichem Leben im Inselinneren bewegt.

Fuerteventura ist vor allem als Bade- und Wassersportparadies bekannt. Wer sich im Urlaub vor allem im und rund ums Wasser bewegen möchte, ist hier auf der richtigen Insel. An der Ostküste locken weitläufige Strände zum ausgedehnten Sonnenbad und Wellenreiter kommen vor allem an der Westküste auf ihre Kosten. Windsurfern ist die Costa Calma im Osten oder der Norden bei Corralejo empfohlen. In den letzten Jahren hat sich auch das Kite-Surfen auf der Insel etabliert. Im Norden von Fuerteventura befinden sich auch die berühmten Wanderdünen, die seit 1987 zum Naturschutzpark deklariert wurden. Oder es bietet sich ein Ausflug auf die kleine vorgelagerte Insel Los Lobos an.

Währen Wellenreiter im Westen einen hervorragenden Wellenspielplatz vorfinden und dabei das Panorama der Steilküste bewundern können, ist dieser Teil von Fuerteventura zum Baden nicht geeignet. Es wird vor starken Strömungen gewarnt.

Fuerteventura zu Fuß zu erobern, ist beschwerlich und oft werden bei der Hitze Entfernungen und Wasserbedarf unterschätzt. Am häufigsten begeben sich Abenteuerlustige deshalb per Fahrrad auf Entdeckungstour. Es werden geführte Touren angeboten.

Insgesamt gibt es auf Fuerteventura nur sechs Gemeindebezirke. Die Touristenzentren sind Pájara mit der Costa Calma und Morro Jable/Jandía, die Hauptstadt Puerto del Rosario und Tuineje mit Gran Tarajal und Tarajalejo.

Besondere Sehenswürdigkeiten sind natürlich das Dünen-Naturschutzgebiet, der Tindayaberg, der auch als heiliger Berg bezeichnet wird und das Ecomuseo de Algocida in Tefía. Dort sind verfallene Bauernhöfe restauriert worden, in denen nun Bäcker, Stickerinnen, Steinmetze tätig sind oder andere traditionelle Tätigkeiten ausgeführt werden, die dem Besucher das Leben der Inselbewohner vor dem Eintreffen der Touristenströme vor Augen führen.

Auch die Fauna Fuerteventuras hat Eigenheiten zu bieten. Hier leben zum Beispiel Erdhörnchen und die letzten Schmutzgeierarten des Kanarischen Archipels, die unter Artenschutz stehen. Außerdem versucht man seit vier Jahren die Küste für Meeresschildkröten zur Kinderstube zu machen. Einst waren sie natürliche Mitbewohner der Insel und kehrten regelmäßig zum Laichen an die warmen Sandstrände zurück. Nun werden jedes Jahr Eier von der Unechten Karett-Schildkröte von den Kapverden auf Fuerteventura eingegraben, damit die schlüpfenden Jungreptilien diesen Strand als ihre Heimat betrachten, in die sie nach zehn Jahren, wenn sie die Geschlechtsreife erreicht haben, zurückkehren

Fuerteventura ist eine Insel für Sonnenhungrige und Sonnenanbeter, die sich vor allem einen Urlaub am Strand wünschen. In jüngster Zeit wirbt Fuerteventura auch speziell in der Homoszene als tolerantes, schwulenfreundliches Urlaubsgebiet. Außerhalb der Touristenzentren ist Fuerteventura eine bäuerliche Insel, deren kulturelles und Freizeitangebot begrenzt ist.


 
  
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